nette Formulierungen des Moderators Joram Seewi

Wie und warum die Moderation eines guten Moderators funktioniert

Die Moderation einer Feier oder eines Festes ist ein weites Feld, denn Veranstaltung ist nicht gleich Veranstaltung. Und dennoch gibt es eventübergreifende Elemente, die eine gute Moderation kennzeichnen und sich per Analyse herausfiltern, isolieren und methodisch lernen lassen. Worauf kommt es also an? Zunächst einmal ist ein guter Moderator Joram Seewi über die Themen des Anlasses bestens informiert, kennt Abläufe, Vorgeschichte, Mitwirkende/Teilnehmende und Gäste usw., kurz gesagt: er weiß Bescheid. Dadurch ist er immer in der Lage, über jedes Thema zu extemporieren, kann mit Eventualitäten umgehen, kann „Lücken“, die sich im Programm ergeben können, überbrücken, kann auch aus unvorhergesehenen Situationen etwas „machen“, indem er elegant und geschmeidig darauf reagiert und das Publikum dabei entweder unterhält (und damit ein wenig ablenkt) oder indem er es informiert und somit den „Handlungsstrang“ weiter knüpft. Die Pflicht zur Information steht überhaupt bei den Aufgaben eines Moderators ganz obenan. Weiterhin kann der Moderator die Funktion des Gastgebers innehaben oder diese „Rolle“ auf Wunsch des eigentlichen Gastgebers mimen bzw. temporär übernehmen, und er kann auch in gewisser Weise für die Regie einer Veranstaltung verantwortlich zeichnen und setzt mit seiner Moderation den Ton, gibt die Stimmung, das Tempo, die Dynamik und gleichsam das „Timbre“ eines Events vor. Ein Moderator (oder selbstveständlich genausogut auch eine Moderatorin) kann den roten Faden eines Abends darstellen, kann Interviews mit prominenten Gästen führen, eine Verbindung zum Publikum herstellen, eine Diskussionsrunde leiten, eine Tombola oder eine Preisverleihung durchführen, den Ablauf der Veranstaltung erklären, andere Acts ankündigen, Durchsagen machen und natürlich auch als Fachmoderator über ein Spezialgebiet referieren. Kurz gesagt: Moderatoren müssen nicht nur die „Quatschköppe“ zwischen den anderen Nummern oder nur ein besseres „Nummern-Girl“ sein, nein, sie können in einer Veranstaltung durchaus das Element sein, welches alles zusammenhält.

Was sind die Grenzen einer Moderation?

Bei der Moderation ist es fast wie bei der Satire, die laut Kurt Tucholsky ja bekanntlich alles darf; aber natürlich gibt es Situationen in denen eine Moderation wenn nicht gleich geschmacklos, so doch wenigstens äußerst unpassend wirkt. Beispiele dafür gibt es zuhauf, man sieht sie tagtäglich im Fernsehen. Auch ist nicht jeder Moderator für jede Moderation die Idealbesetzung: oft machen beispielsweise Radiomoderatoren bei einer Live-Veranstaltung eine weniger bühnenfüllende Figur als dies ein geübter Gala-Moderator tut. Denn mit dem Mikrofon „alleine im Kämmerlein“ zu unterhalten bzw. zu informieren ist eine ganz andere Art von Arbeit als live in einem großen Saal den Versuch zu unternehmen, alle Anwesenden gleichgut zu adressieren und zu erreichen. Eine Moderation in einer Werbeveranstaltung benötigt mit aller Wahrscheinlichkeit einen anderen Typus Moderator als eine Konferenz zum Thema Klimaschutz. In beiden Fällen ist Authentizität vonnöten, aber es ist nun mal so: eine Conférence im Bildungsministerium erfordert andere Detailkenntnisse und Vorbildung als ein Auftritt auf einer Erotikmesse oder bei einer Fachtagung für Gartengeräte. Die Moderation ist zwar in beiden Fällen vom Prinzip her eine ähnliche Aufgabe – und es mag auch Moderatoren geben, die beide „Extrema“ gleichermaßen bedienen können –, aber in der Regel kristallisiert sich doch für jeden Moderator oder jede Moderatorin im Laufe seiner/ihrer Tätigkeit ein Schwerpunkt heraus. Moderator, Conférencier, Emcee („Master of Ceremonies“) oder vielleicht  Alleinunterhalter – wie auch immer man es nennen mag: es handelt sich um eine Aufgabe, eine Funktion, eine Arbeit, welche Akribie, Leidenschaft und ungeheure Präsenz fordern und fördern.

Autor: Joram Seewi